Ein „echtes“ Brautpaar heiratet nach alter Sitte – und alle feiern mit!

Eine Bauernhochzeit im mittelalterlichen Dithmarschen – das ist ein aufwändiges Fest mit strengen Regeln und überliefertem Brauchtum, mit prächtiger Ausstattung und – je nach Wohlstand der Brauteltern – reicher Bewirtung der vielen Gäste. Werben darf in jener Zeit nur der Mann um die Frau, und das nicht einmal persönlich. Er schickt zwei gute Freunde, die „Freiwerber“, oder seine Eltern ins Haus seiner Auserwählten.

Steht nach diesem Besuch keine Schaufel hinter der Tür des Brauthauses, gilt die Werbung als angenommen. Es folgt eine manchmal jahrelange Zeit des Verlöbnisses, bis endlich am Tage vor der Hochzeit die „Uthschuv“ beginnt – das Hinausschieben des Brautguts.

Nach der kirchlichen Trauung wird die Braut abgeholt und mit voll bepacktem Wagen und großem Gefolge zu ihrem neuen Wohnort gefahren. Der Bräutigam führt sie mit den Worten: „Mit Ehren bringe ich meine Braut hinein“ in seine Familie ein. Nach vielen Zeremonien beginnt dann ein zwei Tage währendes Fest mit Essen, Trinken und Tanzen, an dem außer der Familie, den Knechten und Mägden auch die Nachbarn und Verwandten aus der Umgebung teilnehmen.

Während des „Heider Marktfriedens“ wird ein echtes Brautpaar nach alter Sitte heiraten. Die Gäste des historischen Festes sind dazu eingeladen, mitzufeiern.

Zum Ablauf:

Entsprechend der Überlieferung hat die Bauernhochzeit zwei Teile – die Brautwerbung am Sonnabend und die Hochzeit mit Brautzug am Sonntag. Das Werben des jungen Dithmarschers auf Brautschau um seine Zukünftige wird, wie in den Vorjahren, von der „Delver Speeldeel“ mit dem Brautpaar am Sonnabend in Szene gesetzt.

Die Darstellung des alten Brauchtums am Vorabend der Hochzeit leitet in ein Fest für alle über, bei dem sich Traditionelles und Neuzeitliches vereinigen. Der Brautzug am nächsten Tag mit Kutschen und Gefolge, Brautjungfern und traditioneller Musik führt um den Marktplatz zur St.-Jürgen-Kirche, in der die Trauung in plattdeutscher Sprache vollzogen wird. Daher muss das Brautpaar auch unter anderem die Bedingung erfüllen, plattdeutschsprachig zu sein. Nach der kirchlichen Trauung wird das Hochzeitszeremoniell am Sonntag auf der Freilichtbühne dargestellt. Klingt die Darstellung des alten Rituals aus, werden die Zuschauer nun ebenfalls aufgefordert, die „Buernhochtied“ mitzufeiern.

Das Brautpaar der Dithmarscher Buernhochtied heißt 2016: Katharina Mahn und Bastian Inselmann.

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