Das Ring- und auch das Rolandreiten


Diese traditionellen Sportarten erfreuen sich noch heute in Norddeutschland großer Beliebtheit. Verschiedene Variationen der sportlichen Wettkämpfe, der eine lange Tradition haben, werden den Zuschauern auf dem Heider Marktfrieden vorgeführt.

Das Ringreiten erinnert zu Recht an die Ritterturniere des Mittelalters. Hier hat das Ringreiten auch seinen Ursprung. Ging man früher mit großen Lanzen aufeinander los, so versucht der Reiter heute einen kleinen Ring, der zwischen zwei Stangen an einem Seil aufgehängt ist, in vollem Galopp mit einer Lanze oder einem Stechgerät herabzustechen. Wer die meisten Ringe gestochen hat, ist König und somit Sieger des Wettkampfes.

Das Rolandreiten verläuft vollkommen anders. Eine Holzfigur mit ausgebreiteten Armen, der Roland, ist auf einem Holzpfahl angebracht. In seiner rechten Hand hält die Rolandfigur ein Schild als Zielgegenstand und in der linken Hand einen Mehl- oder Aschebeutel. Der Reiter zielt mit einem Stab, dem Stöter, auf diesen Schild. Durch den Aufprall des Stabes gerät der Roland in Drehung. Gelingt es dem Reiter nicht, sich schnell genug zu entfernen, so trifft ihn der Mehl- oder Aschebeutel im Rücken. Wem es gelingt, den Schild zu zertrümmern, ist König und darf den Roland bis zum nächsten Wettkampf bei sich zu Hause verwahren.

Auf den Dörfern wird die Tradition der Wettkämpfe mit einem großen Fest gefeiert, das mit einem Umzug durch das Dorf beginnt. Dabei versammeln sich die Reiter am Haus des vorjährigen Königs, der sie in einer plattdeutschen Rede auffordert, ihm den Titel streitig zu machen. Danach bewegt sich der Zug zum Festplatz, wo dann der Wettkampf beginnt. Nach dessen Ende wird der neue König in einem weiteren Umzug feierlich nach Hause geleitet. Das Fest wird abschließend am Abend mit Tanz und Musik für alle Dorfbewohner beendet.

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