Reisig

Wir stellen vor: Hans der Besenbinder

Hans der Besenbinder
Hans der Besenbinder
(Foto: Schwender / Stadt Heide)

Seit über dreißig Lenzen führt Hans sein reputierliches Handwerk auf Märkten vor, denn das liegt ihm im Blut: Das Besenbinden lernte Hans von seinem Vater. Hans der Besenbinder gilt als Urgestein des Heider Marktfriedens und wir sind voller Freude, dass er uns auch dieses Jahr wieder mit seinem schönen historischen Handwerk die Ehre gibt.

Dabei bietet er nicht nur seine Besen und Bürsten feil, er zeigt auch vor Ort wie sie gebunden werden und hat stets eine interessante Märe im Gepäck. Oder befinden sich handgebundene Besen und Bürsten in Eurem Besitze, die einen neuen Schliff benötigen? Mit flinken Fingern wird bei Hans repariert und aufgearbeitet.

Ein historisches Handwerk

Einst war das Binden von Reisigbesen eine Tätigkeit für die kalte Jahreszeit, denn das Trocknen der Zweige braucht seine Zeit und bis in den späten Herbst waren viele mit der Ernte beschäftigt. Für das Besenbinden gab es keine eigene Zunft, damit konnte es jeder ausüben.

Heute lassen sich kaum noch Reisigbesen erspähen, dabei haben sie Vorteile: Zum einen kehren sie sowohl groben als auch feinen Schmutz gleichermaßen gut, zum anderen nutzt man den Wind, den man beim Kehren macht und braucht daher weniger Kraft.

Besen, Besen sei’s gewesen

Nicht nur in Goethes Zauberlehrling spielt der Besen eine Rolle: Im alten Rom kehrten Hebammen die Türschwelle nach einer Geburt, um das Neugeborene vor bösen Einflüssen zu schützen. Besen sind nicht nur nützlich, sie sind als Waffe gegen Unrat auch symbolisch von Wert.

Später sprach man dem Besen sogar magische Kräfte zu. Jede Hexe brauche schließlich einen, um fliegen zu können, das weiß jedes Kind. Noch heute gibt es bei uns im Norden den Brauch, dass ein Junggeselle an seinem 30. Geburtstag fegen muss, bis ihn eine Jungfrau durch einen Kuss erlöst. 

< ZURÜCK