Heider Marktfrieden - Festspiel

Festspiel!

Sag dem König gute Nacht oder
Das alte Lied der Freiheit

Ein halbes Jahrtausend vor unserer Zeit, als die Spannung des Lebens noch eine andere war. Freude und Leid, Unheil und Glück, alles ist schärfer umrissen, wird unmittelbar erlebt. Im Jahre 1500 also stehen wir auf dem Heider Marktplatz und „sagen dem König Gute Nacht.“ – Kein einfaches Jahr für die kleine, aber freie Dithmarscher Bauernrepublik. König Johann I. von Dänemark und sein Bruder, der holsteinische Herzog Friedrich, wollen das Land zwischen Eider und Elbe endlich ihrem Machtbereich einverleiben und lassen ein gewaltiges Heer aufmarschieren:
12000 Landsknechte und Reiter und vor allem die berüchtigte Schwarze Garde des Junkers Slentz.

Aber sie haben die Rechnung ohne den unbedingten Siegeswillen der Dithmarscher Bauern gemacht. Und sie wussten nichts vom Dithmarscher Wetter und auch nichts von Telse, jener sagenhaften Jungfrau, die das Banner ergriff und die Bauern zum Sieg führte.

Dieser Telse von Hochwöhrden ist das Lied gewidmet, sie steht im Mittelpunkt des Festspiels, um sie ranken sich die unerhörten Begebenheiten.Der Bauer schlägt den König. Schachmatt. Und macht aus Krieg den Frieden. Den Marktfrieden für die kommenden Zeiten.

Das alles ist von einem grausamen Reiz, von großer Rührung und Liebe, ein Jahrmarkt der Sinne wird auf die Bühne gebracht: Da wird der quirlige Mittelaltermarkt in Heide durch eine Schauspieltruppe und eine Schar Wanderhuren noch bunter, in der Küche der Familie Kampen geht es um Liebe und Freiheit, da verhandeln die Achtundvierziger um den Frieden, aber umsonst. Die Feuerglocke läutet. Das adelige Heer fällt in Meldorf ein und lässt im Klosterhof die Mönche springen. Ein Wanderprediger redet von dem neuen Glauben. Und während Telse von Hochwöhrden einen Entschluss fasst, lässt Wulf Isebrand eine Schanze aufwerfen: Dusenddüwelswarf. Und der Tanz kann beginnen. Wahr di Garr, de Bur de kumt. Der große Reimer von Wiemerstedt bezwingt den Junker Slentz. Und die Flut steigt, der Rest ist Geschichte, aber eine, die Wellen schlägt in Europa.

In Flugblättern und unzähligen Cantilenen wird die Sensation durch die Lande gebracht, besungen und wieder und wieder erzählt:
Das Unmögliche ist möglich geworden. – Und wird auch noch fünfhundert Jahre später aufgeführt.

Geschrieben hat das Stück ein Schriftsteller aus Dithmarschen: Heiner Egge (*1949 in Heide), in Szene gesetzt hat es Dagmar Kurr-Mensing in sieben Bildern und mit mehr als 100 Darstellern.

Dithmarsia nostra floreat!

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